Archiv der Kategorie: Nachhaltigkeit

Was Architektur mit Schmetterlingen zu tun hat

Die Landwirtschaft ist schuld daran, dass es immer weniger Insekten gibt – Falsch!

Gerade eben habe ich mich in meinem Garten an einem Kohlweißling, einen Admiral und diesen Schwalbenschwanz freuen können. In einem Garten in Aachen-Haaren freuen sich die Bewohner auf die Äpfel und Blaubeeren. Die Himbeeren sind bereits gegessen.

  

 

Weiteres zum Thema:

Das Problem mit der Hitze hat Freiburg genauso wie New York.
Klimaforscher warnen schon seit langem: Unsere Städte heizen sich auf. Doch Stadtplaner wissen immer noch nicht so recht, was sie dagegen tun sollen. (FAZ)

Gründach noch immer exotisch.
So sehen sie aus, die meisten Flachdächer. Fragt sich warum? Sie sind häßlich und wenig intelligent.

Grüne Fassaden helfen doppelt
Städte sind meist von Beton und Stein dominiert. Bis auf Parks, Straßenbäume und Balkone gibt es oft nur wenig Grün. Doch das ließe sich durch vermehrte Begrünung von Hausfassaden ändern – zum großen Vorteil von Natur und Stadtbewohnern gleichermaßen. Denn wie eine Studie nun bestätigt, wirken begrünte Fassaden nicht nur wie eine natürliche Klimaanlage, sie filtern auch messbare Mengen von Schadstoffen wie Stickoxiden und Feinstaub aus der Luft. (wissenschaft.de)

 

BAUnatour in Aachen – auch in einem unserer Projekte

Der Mobile Showroom „BAUnatour“ der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe ist derzeit in Aachen. Er ist für alle Bauinteressierte ein wirklich lohnendes Ziel.

In Kooperation mit den Besichtigungstouren von altbau plus wurde auch eines unserer Projekte besucht. Aus dem Programm:

„Wohnhaus mit Atelier in Aachen-Haaren, Baujahr ca. 1912, seit 2006 umfangreiche energiesparende Sanierungsmaßnahmen unter ökologischen Gesichtspunkten. Besonderes Augenmerk liegt hier auch auf dem Baustoff Lehm, in Verbindung mit Innenputzen und einer Schallschutzwand. Neben dem guten Raumklima sind auch die nachhaltige Integration von ursprünglich vorhandenen Bauelementen und die architektonische Gestaltung des Ateliers erlebbar.“

Foto: BAUnatour, Michael Lohr

Der mobile Showroom BAUnatour ist noch bis zum 05.07.2018 auf dem Willy-Brandt-Platz in Aachen. Danach tourt er weiter nach Straubing.

Foto „BAUnatour“

Was beim Betrachten des Fotos auffällt: Im Hintergrund schöne Jahrhundertwende-Architektur, im Mittelgrund der Ausverkauf der Maßstabslosigkeit, im Vordergrund zukunftweisendes, nachhaltiges Bauen.

Hier Bericht zur Tour in der Haarener Presse.

 

Photovoltaik-Anlagen im Brandfall

Immer wieder höre ich das Gerücht, dem nach Häuser mit Photovoltaik-Anlagen im Brandfall nicht gelöscht sondern „kontrolliert abgebrannt“ würden. Der Grund sei der gefährliche elektrische Strom der nicht abschaltbaren Solarstromanlagen. Ich persönlich habe noch von keinem solchen Fall tatsächlich gehört. Nun, das heißt sicher nicht viel. Allerdings weiß ich, dass das Gerücht Unsinn ist. Dazu möchte ich hier beispielhaft auf ein Link zu eon verweisen. Hier wird dargestellt, dass es Handlungsanweisungen für die Feuerwehren gibt, die ein Löschen ermöglichen.

„Löscht die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaik auf dem Dach?“

Blick aus meinem Arbeitszimmer

Anders als vielfach behauptet sind auch Abschaltungen für Photovoltaik-Module erhältlich. Sie reduzieren die Gefahr, müssen aber eingeplant und von den Bauherren beauftragt werden. Im Übrigen sind elektrische Anlagen, häusliche wie gewerbliche, nichts Ungewöhnliches.

Fazit: Der Brandfall liefert keine triftige Begründung eine sinnvolle Photovoltaik-Anlage nicht zu bauen.

 

Zum Thema Fachwerksanierung …

… ein schöner, guter Beitrag. Das Gezeigte, Gesagte gilt übrigens gleichermaßen für den Neubau: keine Konstruktionen, die dichtende Materialien verwenden oder gar notwendig machen.

Nachhaltig war die Renovierung damals sicher nicht. Nachhaltig war die ursprüngliche Konstruktion, dauerhaft, veränderbar, anpassbar – auch im Sinne heutiger Anspüche an die Behaglichkeit und Energieeffizienz. Allerdings muss man wissen wie mit so einem Haus umzugehen ist. Aber gilt das nicht für alles?

Video via Youtube erstellt von http://www.antik-greef.de/ – Herzlichen Dank!

 

Gründach noch immer exotisch

So sehen sie aus, die meisten Flachdächer. Fragt sich warum? Sie sind häßlich und wenig intelligent. Häßlich? Naja, ich glaube, das sieht jeder. Dumm, weil Bitumenpappen weder wirklich einfach zu verlegen sind, z.B. im Vergleich zu wurzelfesten EPDM-Bahnen, noch sind sie besonders dauerhaft. Während Gründächer gerne ohne weiteres 30 Jahre und länger halten, müssen Bitumendächer nach 10 Jahren zumindest nachgebessert werden. Die grauen Dachdichtungen müssen Temperaturdifferenzen von 80 – 100° C aushalten. Im Sommer können es im Tagesrythmus gerne 60 – 80° C sein. Bei einem Gründach sind es nur rund 25° C. Das bedeutet für die Dichtbahn erheblich weniger Stress. Belastungen durch UV-Bestrahlung gibt es beim Gründach auch nicht.

Thema sommerlicher Wärmeschutz. Die Temperatur einer besandeten Bitumenbahn beträgt schnell 80° C bei direkter Sonneneneinstrahlung, die einer Dichtbahn unter einer Begrünung, wie gesagt, etwa 25° C. Hinzu kommt die Phasenverschiebung, also die Trägheit der Erwärmung nach der kühlen Nacht, ein wichtiger Faktor beim sommerlichen Wärmeschutz.

Was kostet ein Gründach? Es ist naturgemäß etwas teurer als keine Begrünung, denn es ist ja etwas auf dem Dach, was sonst dort nicht wäre. Das Verlegen der Dachdichtung kostest nicht mehr. Es kann sogar billiger sein. Wenn EPDM-Bahnen deutlich teurer sind als Bitumenbahnen liegt das nicht am Material, sondern am Verarbeiter. Es gibt sehr aufwendige Gründachaufbauten, die einiges an Geld kosten, auch wenn sie gut sind. Ich halte sie allerdings meist für übertrieben. Es geht auch kostengünstig einfach – auch in Eigenleistung.

     
    

Die Bilder zeigen einen einfachen und recht dünnen Gründachaufbau, den ich 1987 über zwei Jahre getestet habe. Die Schichten von unten nach oben: wurzelfeste Dachdichtung, Blähton Dänage- und Wasserspeicherschicht, Filtervlies, Erdsubstrat, Sedumsetzlinge und Gräser-Kräuter-Saatmischung. Den Rest macht die Natur kostenlos.

Das zweite Bild oben zeigt ein von mir gebautes Gründach auf einem Gartenhaus im zweiten Jahr. Erstaunlicherweise hat das Haupthaus, ein 60er-Jahre-Flachdach-Bungalow, 20 Jahre später noch immer keine Dachbegrünung. Verstehen muss ich das nicht…

 

Ärger um Dämmstoffmüll

Architekturkritik einmal anders:

Ein Kommentar zum, durchaus als beispielhaft anzusehenden, Artikel der Internetseite der Interessengemeinschaft Bauernhaus IgB zum Thema Polystyrol-Dämmung:

igb-aerger-um-daemmstoff-muell-161110

Da wird u.a. gefragt wer denn die Folgekosten, die Entsorgungskosten zu tragen hat. Nun, wer hat denn das Polystyrol gekauft? Wer hat sich nicht schlau gemacht – liebe Architekten, liebe Handwerker, liebe Bauherren? Liebe Käufer von derart falsch gedämmten Häusern, bedenkt beim Kaufpreis eben diese (und andere ähnliche) Folgekosten, denn sonst seid Ihr die Dummen, die die Zeche bezahlen. Keiner wurde gezwungen Polystyrol oder andere Nichtnaturbaustoffe zu kaufen. „Der Verbraucher ist immer der Dumme“ – hm, wieso eigentlich? Anbieten kann doch jeder was er will, darum müssen wir doch nicht alles kaufen. Oder wie war das mit dem mündigen Bürger? …

Kleine Anmerkung: Aus meinen Baustellen hat es noch nie Polystyrol und auch keine Ortschäume welcher Art auch immer gegeben. Es war nie nötig.

 

Architekturkritik – Eine neue Reihe kleingeistiger Nörgeleien

Vielleicht ist es ja nur die kleingeistige Rache des Provinzarchitekten, der seinen Neid gegenüber den großen Stars der Branche einfach nicht für sich behalten kann. Oder fehlt es einfach an Weltgewandtheit und großzügigem Denken, anstatt sich mit den Kleinigkeiten der täglichen Praxis auseinanderzusetzen?

Vielleicht ist es aber doch der Blick dessen, der eben nicht nur nach großer Geste, sondern auch nach guter handwerklicher Arbeit, gestalterisch zeitlos und baukonstruktiv langlebig, sucht. Sind die eigentlichen Stararchitekten nicht die, die gestalterisch gut praktische Intelligenz umzusetzen vermögen und dabei die Umwelt, den Ort des neuen Gebäudes respektvoll behandeln anstatt das Werk des Architekten egozentrisch in den Vordergrund drängeln?

Darüber darf diskutiert werden.

Tatsächlich nachhaltiges Bauen setzt Respekt voraus und Generationen übergreifende Teamarbeit. Kurzlebige Bautechnik, schadenanfällige Detaillösungen oder Materialien, die nicht in Würde altern können, haben kaum mit guter Architektur zu tun. Da kann der Entwurf noch so spektakulär sein.

„Nachhaltige Architektur“? Ja, klar. Oder wollen Sie ein Gebäude, dass morgen schon abbruchreif aussieht, weil es so modisch flach designed war oder einfach schäbig aussieht, weil es kaum zu pflegen ist? Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Haus z.B. in Polystyrol oder Mineralwolle einzupacken oder eine Wärmepumpe einzubauen.

Ach ja, wo wir beim Thema sind: das Klima in den Räumen der Architekturen, sollte für die Nutzer nicht erträglich sein, sondern angenehm wohltuend. Auch das ist eine Grundleistung, die durch den Entwurf und die Baukonstruktion bestimmt wird und erst danach durch technischen (Energie-)Aufwand.

Die „ätzenden Nörgeleien“ werden in loser Folge den Finger auf diese, meist wunde, Punkte setzen und immer wieder fragen, wann Architektur tatsächlich gut ist. Je großspuriger der Anspruch ist, desto anspruchsvoller und schärfer wird die Kritik sein. Wer die Maßlatte hoch legt, wird an ihr gemessen – an vermeintlich banalen Details.

Doch, es werden auch vorbildliche Beispiele gezeigt werden.

Kommentare sind per Email sehr willkommen.

Sind wir gespannt auf die erste Nörgelei.