Archiv der Kategorie: Bautechnik/-planung

Zum Thema Kunststoffenster…

… ein Beitrag aus dem Netz. Es geht um einen Brandversuch, einem Vergleich zwischen Massivbau mit Betonsteinen, Kunststoffenstern und Stahlträger und einem Holzbau mit Holzfenstern und Holzbalkendecke. Bei beiden Aufbauten wurden jeweils übliche Baustoffe verwendet. Vorweg: Der Holzbau ist dem Massivbau insgesamt deutlich überlegen. Das überrascht Kenner des Holzbaus nicht wirklich, wird hier aber sehr schön dargestellt.

Besonderes Augenmerk möchte ich auf die Fenster legen. Die Kunststoffenster halten der Brandbelastung kaum Stand. Im Gegensatz dazu widerstehen die Holzfenster ungleich länger dem Feuer und verhindern so dessen Ausbreitung. Das wiederum kommt der Widerstandsfähigkeit der gesamten Konstruktion zu Gute.

Hinzu kommt der Aspekt, dass die Kunststoffe im Brandfall besonders giftige Gase freisetzen. Das können je nach Brandbedingungen und Fensterfabrikat auch Dioxine und Furane sein. Bei Holzfenstern kann das nicht entstehen.

Jetzt kann jeder darüber nachdenken, ob er ein erhöhtes Brandrisiko eingehen will, nur um die Fenster weniger pflegen zu brauchen, oder ob sie lieber auf die sichere Seite wechselt.

Gefunden habe ich den Beitrag hier: http://www.holzbauaustria.at/index.php?id=357&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7369&cHash=bcd80ebf14c873f2572c41b281354022

 

handmade by the architekt – ein Sportraum

Ein Kellerraum sollte zum Sportraum werden, für Tischtennis, Turnen, Ausdauer- und Krafttraining – also: Atmung, Konzentration, Bewegung, Schwitzen. Man hätte den Raum zweckmäßig anstreichen und ein Laminat verlegen können. Das sähe nett aus und wäre –  man sagt so – recht robust. Doch ein angemessenes Raumklima lässt sich so nicht herstellen. Effektives Training wäre nicht möglich. Schließlich geht es hier nicht um einen familiären Hobbyraum, sondern um ernsthaftes sportliches Training. Ein Ausgleich der wechselnden Luftfeuchtigkeit wäre kaum gegeben, die Akustik wäre zu laut und der Boden zu hart.

  

Folglich wurden die Wände mit Lehmunter- und Lehmfinishputz in naturweiß versehen. Der Boden wurde als federnder Holzboden ausgeführt, bestehend aus Holzfaserplatten, Dreichschichtparkett, Naturöl, Korkfüllmasse anstatt Silikonfugen.

     

Das Ergenis kann sich sehen, riechen und fühlen lassen. Der nächste deratige Boden für einen Reha-Sportverein wartet bereits.

 

Zum Thema Fachwerksanierung …

… ein schöner, guter Beitrag. Das Gezeigte, Gesagte gilt übrigens gleichermaßen für den Neubau: keine Konstruktionen, die dichtende Materialien verwenden oder gar notwendig machen.

Nachhaltig war die Renovierung damals sicher nicht. Nachhaltig war die ursprüngliche Konstruktion, dauerhaft, veränderbar, anpassbar – auch im Sinne heutiger Anspüche an die Behaglichkeit und Energieeffizienz. Allerdings muss man wissen wie mit so einem Haus umzugehen ist. Aber gilt das nicht für alles?

Video via Youtube erstellt von http://www.antik-greef.de/ – Herzlichen Dank!

 

Wiederentdeckt zum Thema Küchen

Es ist aktueller denn je. Eine Küche zuhause ist eben keine Fernsehküche und auch kein wirklich taugliches Mittel Status zu zeigen. Eine Küche ist viel mehr. Sehr zu empfehlen und im ökobuch-Verlag neu aufgelegt:

Architekturkritisches ergibt sich beim lesen des Buches von allein. Da brauche ich hier gar nicht an den überzogenen teuren, beeindruckend anzusehenden – wehe wenn sie gebraucht werden – Hochglanzküchen rumzumeckern. Viel Spaß dabei!

 

Kellerräume = Wohnräume?

Kellerräume sind aus raumklimatischen und Belichtungsgründen eher nicht für den dauernden Aufenthalt geeignet. Sie sind dann auch nicht billiger als oberirdische Räume, die immer die bessere Wahl sind. Sollte es aber dennoch sinnvoll sein Kellerräume zu Wohnräumen aufzuwerten, ist Lehmputz für die Gestaltung eines angenehmen Raumklimas hier besonders hilfreich.

Aus Kellerräumen Wohnräume machen

 

Gesundes Raumklima in Sporträumen

Immer wieder muss ich feststellen, dass in Sporträumen ein eher grausames Raumklima herrscht. Wir kennen das alle. Das muss nicht sein. Ein Beispiel wie es anders geht, also das Raumklima gesundheitsorientiert und sportorientiert bewusst gestaltet werden kann, habe ich in den Lehmbau-FAQs beschrieben. Hier war die Aufgabe einen komplett gefliesten Raum in ein Trainingsraum für Kampfkunst und Gesundheitslehre tauglich zu machen.

Gesundes Raumklima in Sporträumen

 

Naturfaser-Dämmstoffe bestehen Dauertest

Es ist schön, dass jetzt auch eine Handwerkskammer weiß, was seit den 90ern bekannt ist. Trotz allem Zynismus, es ist ein gutes Projekt, dessen Ergebnisse hier veröffentlicht werden. Ich erlaube mir zu zitieren (Quelle: www.springerprofessional.de):

„Im 2004 gegründeten Demonstrationszentrum „Bau und Energie“ am Handwerkskammer Bildungszentrum Münster wurden natürliche Dämmstoffe verbaut. Nach elf Jahren untersuchte man deren Wärmeleitfähigkeit und Feuchtegehalt.

Heraus kam dabei, dass Dämmstoffe aus nachwachsende Rohstoffen auch nach mehr als zehn Jahren nicht ihre Gebrauchstauglichkeit verlieren. Verbaut sind in dem Demonstrationszentrum unter anderem Dämmstoffe aus Flachs, Hanf, Zellulose, Holzspäne und Holzfaserdämmplatten. Diese wurden mit Messfühlern versehen. Die Ergebnisse zeigen folgendes:

  • Weder die Dämmstoffe noch die Unterkonstruktionen haben sich verändert – lediglich bei den Holzspänen war eine Sackung festzustellen.
  • Die Laboruntersuchungen ergaben keinen signifikanten mikrobiellen Befall.
  • Aus den Messwerten war nicht ersichtlich, dass sich die Dämmeigenschaften der eingesetzten Materialien signifikant verschlechtert haben.

…“

mle-161004-07-70-800Hanfdämmung in denkmalgeschützem Haus eingebaut durch den Sachverständigen im Rahmen der Eigenleistungsbetreuung

Bauwerksabdichtung – mit Lehm-, Tonmischungen

Es mag befremdlich ausschauen: wie soll man eine Gebäudeabdichtung mit einer losen Schüttung, die fast wie Füllkies aussieht, dauerhaft wasserdicht herstellen? Das geht doch nur mit Schwarzabdichtungen, zementösen Schlämmen oder Kunststoffen.

Tonminerale machen es möglich. Bentonite haben sich unvergleichbar länger als alle Teer-, Bitumen- oder Kunststofabdichtungen bewährt. Hier gilt wiedereinmal, dass das vermeintlich Altbewährte in Wahrheit jünger und unausgereifter als das exotische Neue ist. Während frühere Lehmpackungen rissanfällig sind, sind moderne Tonmischungen rissfrei, wurzelfest und dicht bis zu 10 m Wassersäule. Doch wer setzt sein Haus schon in 10 m tiefes Grundwasser?

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Warum ist das interessant? Zum einen schauen Sie sich die Bilder an und überlegen sich wie Sie dort eine Schwarzabdichtung anbringen würden. Gleiches gilt auch, natürlich nicht ganz so krass, für unverputztes Kellermauerwerk, z.B. aus alten Ziegeln.

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Ein zweiter interessanter Aspekt ist die Kostensituation. Eine Vertikalabdichtung mit Dernoton (c) ist in der Regel 30 – 50 % günstiger als andere Verfahren. Hinzu kommt, dass sie zu jeder Jahreszeit ausgeführt werden können.

PAT Ansicht2005 hatte ich das erste Haus mit Dernoton (c) abgedichte. Ich war (und bin) von dem Material überzeugt und meine Ausschreibung hatte einen deutliche Vorteil gegenüber dem Vergleich mit einer Schwarzabdichtung gezeigt. Eine Langzeitmessung des Trocknungsverlaufes, die ich durchgeführt hatte, hatte die Dichtigkeit des Verfahren nachgewiesen.

Allerdings gab es dennoch ein Problem mit dem Bauherren. Er hatte erwartet, dass das alte Ziegelmauerwerk des Jahrhundertwendehauses kurzfristig trocknet, wo es jetzt ja abgedichtet war. Ein berechtigter Wunsch, aber leider unrealistisch – bei allen Abdichtungsverfahren. Dass eine über Jahre durchfeuchtete Kellerwand aus Ziegelstein mindestans ein Jahr zur Trocknung benötigen würde, konnte nicht eingesehen werden. Der Keller wurde nur durch eine kleine Kellerluke belüftet, nur im Sommer(!) . Wie soll eine nasse Wand, die einseitig wasserdicht ist, also nur einseitig austrocknen kann, in einen unbelüfteten Kellerraum mit hoher Luftfeuchtigkeit in wenigen Wochen austrocknen, wenn im Sommer auch noch Kondensationsfeuchte hinzukommt? Leider hatte der hinzuggezogene „Sachverständige“ offensichtlich keine Ahnung von Bauphysik und hielt es nicht für nötig mit dem eingesetzten Material auseinanderzusetzen. – Ein weiterer Grund warum ich mich auf machte und zum verbandsgeprüften Sachverständigen wurde. – Heute, 12 Jahre später, ist Dernoton bestens und unanfechtbar bewährt. Die Referenzliste ist lang.

Bei Interesse oder Fragen wenden sie sich gerne an mich.

(Bildquelle Fotos 1 – 3, www-dernoton.de)