Archiv der Kategorie: Lehmbau

Einfach und praktisch zum Spritzen von Lehmputz

Vor gut zwei Jahren stieß mich ein Kunde während einer technischen Beratung zur Fachwerkausfachung auf ein kostengünstiges, einfaches und praktisches „Low-Tech-Gerät“ zum spritzen von Lehmputz. Er hatte es in den USA gesehen, wo es für viele Arten von Mörtel eingesetzt wird.

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Meurer Putzhilfe 16052 (13) 800   Meurer Putzhilfe 16052 (9) 800

Anstatt teure, aufwendige Putzmaschinen ist nur ein Kompressor und eben dieses „Dings“ nötig. Der Lehmmörtel wir z.B. mit einem Freifallmischer angemischt und aus dem Kübel oder besser der Schubkarre (man muss sich nicht so bücken) aufgenommen. Aus dem Trichter wird der Mörtel mittels Druckluft an die Wand gesprüht. Insgesamt ist das „Dings“ sicher nicht so perfekt wie die üblichen Putzmaschinen, doch kosten die auch fünfstellige Summen. Anders das Druckluftsprühsystem für nur wenige Hundert Euro. Es ist so einfach aufgebaut, dass es sich gut für den Verleih eignet und auch für den Selbstbau taugt.

Zu beziehen ist es inzwischen bei Meurer Natürliches Bauen GmbH im Koblenz.

 

Wertgutachten eines Fachwerkhauses

Für den Verkauf eines Fachwerk-Einfamilienhauses sollte ein angemessener Preis gefunden und sachlich nachgewiesen werden. Eine Aufgabe für den Sachverständigen. Da er nicht von dem Verkauf profitiert, hat er kein Interesse einen zu hohen oder auch einen zu niedrigen Preis festzustellen.

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Bei denkmalgeschützten Fachwerkhäusern ist der besondere Charakter des Hauses mit sachlichen Einschränkungen, wie zum Beispiel die Geschosshöhe, mit in Betracht zu ziehen. Auch die Bewertung der Bausubstanz verlangt spezielles Wissen über Holz und Lehm.

Das Haus ist derzeit zu verkaufen.

 

handmade by the architect

Die Aachener Künstlerin Antje Seemann nimmt sich jedes Jahr eine besondere Maßnahme zur kontinuierlichen Modernisierung ihres Wohn- und Atelierhauses vor. Es ist ein schönes, charaktervolles Jahrhundertwendehaus. Dieses Jahr wurden in der Diele zum Arbeitsgeschoss Tapeten entfernt, viele, so zutage getretene, unschöne Überraschungen beseitigt und die Treppe zum Atelier verändert. Es war zu eng, um die teils großformatigen Linoldrucke und Ölbilder ohne besonderen Aufwand aus dem Haus zu schaffen. Schließlich sind die Werke ja verkäuflich. Apropos, sie sind herzlich zum Tag des offenen Atelier eingeladen.

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Während Gipskartonbauteile vorangegangener Veränderungen des Hauses teils mit Gipsspachtel, teils mit Lehmspachtel und ausgebrochene Kanten und Fugen mit Lehmfugenfüller ausgebessert wurden, entwickelte sich die Idee, die originalen Altbauwände mit einem unbehandelten Lehmputz von den späteren Einbauten erkennbar zu trennen. Die besondere Farbtiefe des Lehms, seine Haptik und klimatisch-atmosphärische Wirkung bewirken eine angenehm veränderte Raumwirkung.

ASE 150928 a 2 800   ASE 151026 (4) 600   ASE 151003 (17) b 600   ASE 151014 (6) 800   ASE 151024 (5) 800
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Die vorhandene Treppe der 70er-Jahre besaß ein geschosshohes, raumteilendes Geländer analog zur Treppenbrüstung im Atelier. Es wurde ersatzlos entfernt. So lassen sich jetzt auch große Bilder einfach durchs Haus transportieren. Die Brüstung wurde ersetzt durch massive Wandstücke. Dadurch wird zum einen die Diele optisch weiter und die Raumgrenzen werden klarer und zum anderen ergibt sich ein deutlicherer Übergang von den Privaträumen zum Arbeitsbereich oben im Atelier.

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Verwendete Lehmbauprodukte:

  • Claytec Lehmfugenfüller (Nacharbeiten von ausgebrochenen Kanten, Verfüllen von Fugen)
  • Claytec Lehmoberputz fein 06 (teils weiß gestrichen mit Keim Silikatfarbe Biosil)
  • Claytec Lehmspachtel (Verspachtel von Gipskartonplatten)
  • Claytec Japankellen (das Lieblingswerkzeug des Architekten)

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Radioaktive Belastungen im Lehmbau?

Im Rahmen meiner technischen Beratung Lehmbau werde ich seid einigen Jahren immer wieder gefragt, ob Lehm im Lehmbau „radioaktiv“ sein. Es gäbe besorgniserregende Erkenntnisse des Helmholtz-Institutes München.

Sind Lehmhäuser tatsächlich gesundheitsschädlich?

Ich persönlich halte diese Studie und die Berichterstattung darüber für wissenschaftlich unseriös. Doch lassen Sie mich sachlich Stellung beziehen:

Ich konnte regelmäßig interne Einblicke in die der o.g. Studie folgenden Untersuchungen des Dachverbandes Lehm und des Bundesamtes für Strahlenschutz erhalten (siehe unten). In diesem Rahmen war auch der technische Leiter der Firma Claytec e.K. Dipl.Ing. Ulrich Röhlen tätig. Ich möchte hier die Stellungnahme von Claytec zitieren. Andere Lehm-Baustoffproduzenten äußern sich ähnlich. Sie sind im Dachverband-Lehm e.V. organisiert (s.u.).

„Wir nehmen den Beitrag des Bayrischen Rundfunks vom 08.12.2013 zur Thoron-Messung in einem Gebäude mit Lehmbaustoffen zum Anlass für folgende Stellungnahme:

In allen natürlichen Mineralien sind natürliche Radionuklide enthalten, also auch in Lehm.

Um die Verwendung von eventuell nuklidreichen Lehmen auszuschließen lassen wir die wichtigsten Produkte seit ca. 10 Jahren im Rahmen der natureplus-Zertifizierung prüfen – stets mit eindeutig unbedenklichem Ergebnis.

In Vorausschau auf die kommende Neufassung der EU-Basic Safety Standards (EU-BSS)
hat der Dachverband Lehm e.V., Weimar (DVL) ein Prüfverfahren und eine Anforderung zu natürlichen Radionukliden in die neuen DIN-Normen zu Lehmprodukten aufgenommen. Grund dafür ist das Vorsorgeprinzip, das Vorgehen ist für andere mineralische Baustoffe beispielhaft.

In diesem Zusammenhang haben wir Anfang 2013 die gesamte Claytec-Produktplatte durch den TÜV-Süd prüfen lassen. Es wurden nur sehr geringe natürliche Nuklidgehalte festgestellt.

Entsprechend dieses Ergebnisses wurden bei der Messung im o.g. Objekt am 02.12.2013 bei allen Claytec-Lehmputzen entsprechend bemerkenswert geringe (bzw. keine) Thoron-Messwerte ermittelt. Selbst eine ebenfalls gemessene und diesbezüglich neutrale Gipsfaserplatte wies einen 30% höheren Messwert auf. Lediglich ein Lehmstein zeigte nennenswerte Werte, die allerding schon bei der anschließenden Vergleichsmessung mit einem anderen Gerät um ca. 85% niedriger ausfielen.

Die gezeigte Vorgehensweise bei der Ermittlung der Thoron-Werte ist aus zwei Gründen problematisch:

Der Abstand von 3 cm zur Fläche ist für keine Nutzung repräsentativ, Thoron zerfällt im Raum sehr schnell (56 Sekunden).
Weder das Messverfahren noch die Geräte sind ausgereift, allein die Abweichung um das 6-fache zeigt dies.

Die gesundheitliche Wirkung des schnell zerfallenden Thorons ist nach Meinung der Mehrheit der Fachleute im Vergleich zum besser messbaren Radon untergeordnet.

Ansprechpartner des DVL in diesen Fragen sind die zuständigen Bundesbehörden wie das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sowie das Umweltbundesamt (UBA). Der DVL ist im Einvernehmen mit diesen Stellen. Bei Claytec legen wir darüber hinaus großen Wert auf die Einschätzung der baubiologischen Institutionen wie dem Verband Deutscher Baubiologen (VDB), dem Institut für Baubiologie (IBN) und insbesondere natureplus. Auch mit diesen Stellen befinden wir uns völlig im Einklang.

Lehm, Sand und Zuschläge werden von uns schon seit langem sorgfältig untersucht, auch im Hinblick auf natürliche „Belastungen“. Eins wollen wir jedoch unmissverständlich klarstellen: Unter Lehmbau verstehen wir das Bauen mit echter Erde, basierend auf einer 12.000-jährigen Anwendungserfahrung. Die ganz normalen natürlichen Eigenschaften dieser Erde als Problem auffassen zu wollen ist für uns abwegig.

Claytec e.K., Dezember 2013

Dem möchte ich mich uneingeschränkt anschließen. Seit mehr als 30 Jahren beschäftige ich selbst mich mit dem Thema ökologisches und gesundes Bauen, insbesondere mit historischem und modernem Lehmbau. Bisher konnte kein Beweis vorgelegt werden, warum natürliche Erden zum Bauen gesundheitsschädlich wären. Im Gegenteil: den guten raumklimatischen Eigenschaften von Lehm ist nur Holz ebenbürtig. Deshalb habe ich mich auf den Holz-Lehmbau konzentriert.

Weitere Links zum Thema:

Der ursprüngliche „Spiegel“-Artikel
Die Studie des Helmholtz-Institutes
Ein Link des Dachverband Lehm zum Thema Natürliche Radioaktivität von Lehmbaustoffen von Prof. Dr.-Ing. Christof Ziegert

 

Hervorragendes Werkzeug für handwerkliche Arbeit

Claytec Japankellen 1Claytec Japankellen 2Auch in Japan hat der Lehmbau eine jahrhundertealte Tradition. Insbesondere hat die Bearbeitung von Lehmoberflächen höchsten Stellenwert. Bis hin zu Lehm-Glanzputzen ist dort alles möglich. Die kulturelle Bedeutung dieser Handwerkskunst zeigt die Qualität und Vielfalt der Werkzeuge, mit denen japanische Putzer den Lehm auftragen, glätten und bearbeiten. Die zweckmäßigen, eleganten Werkzeuge werden zum Teil noch heute individuell an die Körpermaße und persönlichen Anforderungen des Handwerkers angepasst. Die Firma Claytec – Baustoffe aus Lehm importiert eine bewährte Auswahl dieser feinen Werkzeuge. Mich fasziniert nicht nur die Schönheit der perfekten Verarbeitung, sondern auch die Zweckmäßigkeit der perfekt ausbalancierten Kraftverläufe zwischen Hand, Werkzeug und Material.

=> Claytec Japankellen

 

Der neue Problemlöser: Lehm-Fugenfüller

CLAYTEC Lehm-Fugenfüller ist ein Spezialprodukt für die Fachwerkrestaurierung, die Baudenkmalpflege und das nachhaltige Bauen. Er ist die ökologische Alternative zu chemisch konditionierten Kunststoff-Füllmassen. Als Trockenmischung enthält das Material trotz langjähriger Lagerfähigkeit keinerlei Konservierungsmittel.

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Mit Lehm-Fugenfüller natur-braun können lehm- und holzfarbige Anschlüsse und Risse bearbeitet werden, zum Beispiel in Fachwerk- oder Deckenbalken. Der Farbton natur-hell ist für weiße und helle Lehm- und Kalk-Innenputzflächen geeignet. Mit dem gut klebenden Material lassen sich auch tiefe Fugen verpressen. Es ist zum Füllen von Dübel- und ähnlichen Löchern geeignet, kann geschliffen sowie überspachtelt oder überstrichen werden. Verarbeitet wird Lehm-Fugenfüller mit Nachfüllkartuschen und der Kartuschenpresse.