Archiv der Kategorie: Interessantes

Die Altbau-FAQs

Ein neues Projekt: die Altbau-FAQs. Analog zu den inzwischen etablierten Lehmbau-FAQs sollen hier Fragen zur Instandhaltung, Umnutzung und Modernisierung von Bestandsbauten beantwortet werden. Historische Altbauten haben einen besonderen Charme, den es zu erhalten und modernen Ansprüchen anzupassen gilt. Jüngere Altbauten – zwar architektonisch nicht immer besonders wertvoll – bieten dennoch in der Regel ungeahntes Potential für zeitgemäße Aktualisierungen. Bausubstanz, die bereits gebaut ist, benötigt keine Resourcen. Sie den heutigen Maßstäben bezüglich Nutzung, Gestaltung und Energieeffizienz anzupassen, ist in der Regel nachhaltiger als Abriss und Neubau oder weiterer Flächenverbrauch.

Auch daraus kann man etwas Schönes machen

Die Altbau-FAQs werden sich mit Themen von Bauphysik, Schimmel, Wärmedämmung und -schutz, Fenster- und Heizungsaustausch, Nutzung regenerativer Energien über planerische und baukonstruktive Fragen bis hin zu Gebäudebegrünung und Möglichkeiten finanzieller Förderungen beschäftigen.

Entscheident für das gelingen einer Altbaumodernisierung ist nicht die Summe der Einzelthemen, sondern das Verstehen und Beachten deren Zusammenhänge.

Oshogbo – Lehmbau einmal anders

Der heilige Hain der Susanne Wenger, Oshogbo, Nigeria,
aufgenomen in den 1980er Jahren.

Die Skuplturen, Mauern und Gebäude sind aus Lehm und Bewehrungseisen hergestellt. Gegen die heftigen Regenfälle im tropischen Nigeria wurde damals teilweise mit Zement stabilisiert.

Heute gehört der Hain zum Weltkulturerbe.
Aktuelle Hintergründe dazu finden Sie hier:
Susanne Wenger Foundation / Wikipedia

Fachwerkhof in der Eifel

Der Hof ist über Generationen in der Hand der Familie und hat wechselhafte Zeiten erlebt. Er wird nicht mehr bewirtschaftet, wofür es viele gute Gründe gibt. Dennoch sollte er der Familie erhalten bleiben. Allerdings kostet der Erhalt eines solchen Anwesens einiges an Geld und das sollte es selbst erwirtschaften – so wie zu früheren Zeiten. Für mich hat auch das mit Nachhaltigkeit zu tun. Zu dem Hof gehört noch einiges an landwirtschaftlicher Fläche – zu wenig für eine Landwirtschaft, zu viel, um es unbeachtet zu lassen. Der Ort liegt am Rande des Nationalpark Eifel.

Die Aufgabe der Beratung zum Projekt war, ein Konzept zur Nutzung als barrierearmes Wohnhaus für Senioren zu entwickeln, mit gleichzeitig integriertem Hofladen/Dorfladen. Beides fehlt in dem Eifeldorf. Gemeinsam mit meinen Netzwerkpartnern habe ich neben der architektonischen Einschätzung einer Nutzungsänderung und Modernisierung auch einen Fahrplan für das Gesamtnutzungskonzept vorgestellt, als Grundlage einen Businessplan.

Es kristalisierte sich heraus, dass ein moderner Neubau mit Seniorenwohnungen als Solarhaus auf einem Nachbargrundstück und der denkmalgeschützte Hof als Dorfladen mit Saisoncafé und Permakultur-Gartenwirtschaft sowohl wirtschaflich die stabisten Perspektiven bot als auch die soziale integration der rüstigen bis pflegebedürftigen Senioren in die Dorfgemeinschaft. Damit konnten auch die Ansprüche des Denkmalschutz einfach und konsequent in das Gesamtkonzept integriert werden.

Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe

Selbst bauen mit der Hife von Familie, Freunden und Nachbarn spart Geld und kann durchaus Freude und Freunde machen. Es gibt eine Reihe guter Gründe für Eigenleistung und die Inanspruchnahme von zupackender Hilfe. Wie bei wohl allem, verbergen sich auch hier Risikien, über die man sich im Klaren sein sollte. Unfälle, die während der freundlichen Hilfe geschehen, müssen Sie als Bauherren bei der Berufgenossenschaft BG Bau versichert haben – bevor sie geschehen. Tun Sie das nicht, kann es für Sie und die geschädigte Person ernste Folgen haben. Wir möchten nichts beschreien, es ist aber einfach intelligent sich vorher schlau zu machen und zu tun, was nötig ist unter anderem hier und hier.

 

„Holz – Mensch – Raum“

Diese Metastudie der TU München in Kooperation mit proHolz Bayern, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, beleuchtet den Stand der Wissenschaft zum Thema „Gesundheitliche Interaktion von Holz – Mensch – Raum“. Der Frage wird nachgegangen in den Kapiteln

– Emissionen
– Material
– Medizin
– Wahrnehmung

Interessant ist u.a. ein Vergleich von vier Bürocontainern mit identischen Maßen aber unterschiedlichen Baumaterialien: ein Standardcontainer, ein Nachrüstcontainer (Stahlcontainer mit Lehmelementen), ein Container in Holz-Lehmbauweise, ein Massivholzcontainer. Thema des Vergleiches: Steigerung von Leistungs- und Erholungsfähigkeit.

Sie erhalten eine Broschüre und den Schlussbericht bei der TU München, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, Prof. Stefan Winter.

 

Das Seerosenzimmer in Aachen

Seerosen, ein großformatiger Linolschnitt im Buchenholzrahmen, auf fein geriebenem, zweilagigem Lehmputz, mit Silikatfarbe gestrichen. Die Decke des Raumes wurde nach dem Entfernen aller Tapeten- und Anstrichschichten mit Lehmspachtel gespachtelt und mit der Farbe der Wände gestrichen. Der Schallschutz einer der Wände wurde mittels Holzfaser- und Lehmbauplatten verbessert. Die runden „Ecken“ zwischen Decke und Wand, wie bei Jahrhundertwendehäusern häufig, wurden mit Lehmunter- und Lehmfeinputz neu geformt. Der Boden wurde vom alten Linoleum befreit, mit Lehmspachtel geglättet und mit einem geölten Korkparkett versehen.

Zu sehen ist das alles beim diesjährigen, 4., Offenen Atelier der Künstlerin Antje Seemann. Sie sind herzlich eingeladen!

  

Alle handwerklichen Arbeiten von Antje Seemann und Olaf Paproth.

Übrigens, letztes Jahr war es noch „Das Lehmzimmer“. Beim damaligen 3. Offenen Atelier der Künstlerin diente der braune, noch rohe Lehmputz als Kulisse für die Philosophen- und Naturwissenschaftlerportraits.

 

BAUnatour-Veranstaltung in Aachen

Für den Donnerstag, 05.07.2018, 16 h, darf ich Ihnen die Einladung zur Veranstaltung Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen mit Vertiefung zum (sommerlichen) Wärmeschutz als Klimafolgeanpassung der BAUnatour weiterleiten.

 

 

Das Programm ist viel versprechend:

„16:00 Uhr Begrüßung durch Wilhelm Grafen (Handwerkskammer Aachen) und Einführung durch Michael Lohr (BAUnatour)
16:15 Uhr Altbausanierung und Klimafolgenanpassung – Wie können uns nachwachsende Rohstoffe helfen? (Michael Stephan, Geschäftsführer altbau plus)
16:45 Uhr Gebäudedämmung mit nachwachsenden Rohstoffen (Maria Feldhaus, Verbraucherzentrale NRW)
17:15 Uhr Enkelsicher bauen mit Zellulose-Dämmung (Georg Raida, Geschäftsführer Raida Dämmtechnik)
17:45 Uhr Innenraumgestaltung und Raumklimaverbesserung mit Naturbaustoffen (Jörg Becker / Klaus Gabrielli, Glashaus-Wohnwerkstatt)
18:15 Uhr Nachwachsende Rohstoffe im Einsatz – Die Entwicklung aus der Praxis einer Holzbaufirma (Martin Knoben, Zimmermeister und Geschäftsführer Holzbau Knoben)
18:45 Uhr Abschlussdiskussion
19:00 Uhr Veranstaltungsende“

Einige der Referenten sind mir bekannt. Ich kann Ihnen die Veranstaltung nur empfehlen.

 

NRW-Fahrschüler zeigen große Defizite – und was mit Architektur zu tun hat

„…dass es Führerscheinanwärtern oft an der bewussten Wahrnehmung des Verkehrs sowie an grundlegenden koordinativen Fähigkeiten mangelt…“ Leider muss ich das immer wieder auch in genügend anderen Lebenslagen feststellen. Ich will jetzt nicht sagen (wie sonst immer), dass hier das Üben einer zivilisierten Kampfkunst wie z.B. das Taiwan Do (c) hilft. Lieber will ich die Frage stellen, Wer „den Kindern“ eigentlich Was beibringt? Sind/ist das nicht die Eltern/Elterngeneration? Fördern ohne Fordern klappte offensichtlich nicht, wenn man den Text liest.

Quelle: Aktuelle Stunde | 15.05.2018 | 03:05 Min. | Verfügbar bis 15.05.2019 | WDR

Was das jetzt mit „Ökoarchitektur“ zu tun hat? Man kann es so audrücken: …dass es an der bewussten Wahrnehmung der Umwelt sowie an grundsätzlichen Fähigkeiten vernetztem Denkens mangelt… Autofahren ist eine kybernetische Multitaskingtätigkeit, die alle Sinne beansprucht. Eins nach dem anderen tun, reicht hier nicht. Es ist ein komplexer Vorgang, der die komplette Sensorik, das Unter- und das Oberbewusstsein bensprucht. Das will dauernd – bewusst – geübt werden. Und jetzt kommt die Architektur ins Spiel. Gute Häuser sollen alle Sinne ansprechen, damit sie, die Sinne, nicht verkümmern, sondern gefordert werden.