Nicht alles in diesem Artikell entspricht meiner Meinung

Ein Lösungsansatz wäre: eine Städteplanung, die mehr ist als das Ausweisen von Lagerplätzen für Häuser. Guter Städtebau ermöglicht verdichtetes, und damit auch energie- und kostensparendes Bauen. Das schafft er, in dem er eine gute Zonierung öffentlicher, halböffentlicher und privater Räume – nicht Freiflächen – gestaltet und in dem er Solarhäuser möglich macht, ein zweiter Lösungsansatz:

Dieses Beispiel von Anfang der 1990er Jahre würde die Energieinsparverordnung nicht einhalten, aber dennoch CO²- und kostensparender als ein als ein heutiges Passivhaus. Baukosten damals: 360.000,- DM. Seid damals habe ich so etwas nie wieder planen können, denn weder die Grundstücke noch die Bauherren ließen sich finden.

Was die Politik tun kann? Für eine gute Städteplanung sorgen. Das fängt in den Rathäusern an.

Das Warichchi Haus

Traditioneller Lehmbau in Sri Lanka – Eine Feldstudie

Auch dies hat mit dem Thema Migration zu tun. Den Text und die Zeichnungen finden Sie im Download-Bereich. An dieser Stelle möchte ich die dazugehörigen Fotos zeigen.

     

     

     

  1. Zeile: Eine Gegend in der kleine Reisbauern leben ohne industrialisierte Produktion. Ein Wohnhaus in traditioneller Warichchi-Bauweise.
  2. Zeile: Neubauten in einem Gebiet staatlich geförderter Ansiedlung von Kleinbauern in traditioneller Bauweise.
  3. Zeile: Ein Gemeindehaus mit Schule, gebaut mit Lehmziegeln. Infrastruktur.

Der Plan war Menschen aus den Slums der großen Städte zurück auf´s Land zu siedeln. Für mehr wirtschaftliche Stabilität, weniger Kriminalität, bescheidene aber höhere Lebensqualität.

Die alten und auch die neuen traditionellen Häuser mögen primitiv erscheinen. Sie weisen aber ein ungleich besser Raumklima im Hinblick auf Kühle, Belüftung, Hygiene auf als Hütten aus hier teuren Betonsteinen und Wellblechdächern. Der Rohstoff Lehm ist örtlich vorhanden ebenso wie die nötigen Arbeitskräfte.

Wenn Sie wissen, dass die Menschen dort auch Handies, Internet und TV haben, also zumindest temporären Zugang zur wohlhabenden Welt, wundert Sie dann noch Migration? Paradiesisch ist es dort nur für Touristen.

 

Zum Thema Migration

Migration bekämpft man nicht mit Grenzen, sondern mit Bildung und Chancen.

Ja, auch das hat mit Architektur zu tun, mit Landplanung, mit Siedlungsplanung, mit Raum für Chancen. Gute Architektur sind nicht schicke Fassaden oder begehbare Plastiken. Architektur endet nicht an der Außenkante des Außenputz. Die soziale Frage will beantwortet werden.

„Es ist die Gemeinschaft, die den Nährboden für jegliche Milieugestaltung bildet.

  • Für die Entwicklung lebensfördernder sozialer Kontakte
  • Für die Unterstützung von Selbstorganisationen und Selbsthilfe

gilt es zu arbeiten.“

aus dem Leitsatz 7 des Baubiologischen Manifest des Bund Architektur und Umwelt

Wer sich über Mirgation wundert, sollte sich vor Ort umsehen – nicht als Pauschalreisender. Meine Eltern haben lange als „Wirtschaftsflüchtlinge“ u.a. in Lagos, Nigeria, gelebt. Ich bin nicht nur einmal auf dem Landweg dorthin gefahren. Das Bild zeigt eine Straße in einem der besseren Gegenden von Lagos.

Das Thema ist sicher nicht einfach und voller Widersprüche. Und doch, fairer Handel und Investitionen in Bildung und Fertigkeiten vor Ort sind nachhaltiger als Flüchtlingskrisenmanagement.

Ich habe auch Architektur studiert, weil die Klimaerwärmung und deren Folgen schon damals in den 1970-80er Jahren ein Thema waren – auch das der Migration. Und ich bin durch Afrika und Asien gereist.

Wir in den wohlhabendsten Ländern sollten vorbildlich sein, denn wir können es uns leisten. „Vorbildlich“ heißt „nachhaltig handeln“. Da gibt es viel zu tun in der Architektur.

Wenn Sie das auch nicht kalt lässt, tun Sie etwas. Hier: Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer e.V.

 

Schlechte Architektur sind nicht immer Architekten Schuld

Es war abzusehen – vor dem Volksentscheid. Alle nötigen Informationen waren ausreichend transparent und erreichbar. Eine Mehrheit der Bürger hat für den bau des Bahnhofs gestimmt. Jetzt würde mich die Frage interessieren, ob diese auch die Mehrkosten übernehmen würden, damit das Geld nicht an anderer Stelle fehlt. Die Schuld jetzt auf die (sicherlich auch) mangelhafte Planung zu schieben, gilt hier einmal nicht. Mit einer Milliarde € könnte man Solaranlagen für rund 75 % des energiebedarfs für Warmwasser von rd. 400 – 450.000 Bürgern finanzieren. Das wären dann schon einmal etwa 2/3 der Einwohner von Stuttgart. Man könnte auch fast alle Flachdächer begrünen – oder ein zeitgemäßes öffentliches Verkehrssystem. Dann hätte Stuttgart kein Problem mehr mit Luftschadstoffen.

Man könnte aber auch einem Rentner seine nicht ausreichende Rente mit monatlich 500,- € bezuschussen – 2 Mio Monate lang.Vielleicht würde man das nicht ganz solange tun, aber dafür mehr Rentnern unter der Armutsgrenze helfen.

Man könnte Kunst und Kultur fördern, in dem man 12,5 Mio Schülern die art-card Düsseldorf sponsoren würde, damit sie ein Jahr lang umsonst in Museen gehen könnten. So viel Einwohner hat Düsseldorf gar nicht. Stuttgart auch nicht. Auch nicht zusammen.

1 Mrd € für Bildung von Kindern und Jugendlichen, um ihnen „smartsklills“ wie soziales Verhalten beizubringen – Mathe und Latein können die schon – wäre auch eine Maßnahme. Die Erwachsenen, die von Strukturwandel betroffen sind, könnte man auch weiterbilden, damit sie engagiert neue Wege entdecken. Aber dafür müsste eine bestimmte Mehrheit selber erst einmal soziales Denken lernen… Es wird nicht bei der 1 Milliarde bleiben.

Gute Architektur ist ein gelungenes Gesamtkonzept.

 

Photovoltaik-Anlagen im Brandfall

Immer wieder höre ich das Gerücht, dem nach Häuser mit Photovoltaik-Anlagen im Brandfall nicht gelöscht sondern „kontrolliert abgebrannt“ würden. Der Grund sei der gefährliche elektrische Strom der nicht abschaltbaren Solarstromanlagen. Ich persönlich habe noch von keinem solchen Fall tatsächlich gehört. Nun, das heißt sicher nicht viel. Allerdings weiß ich, dass das Gerücht Unsinn ist. Dazu möchte ich hier beispielhaft auf ein Link zu eon verweisen. Hier wird dargestellt, dass es Handlungsanweisungen für die Feuerwehren gibt, die ein Löschen ermöglichen.

„Löscht die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaik auf dem Dach?“

Blick aus meinem Arbeitszimmer

Anders als vielfach behauptet sind auch Abschaltungen für Photovoltaik-Module erhältlich. Sie reduzieren die Gefahr, müssen aber eingeplant und von den Bauherren beauftragt werden. Im Übrigen sind elektrische Anlagen, häusliche wie gewerbliche, nichts Ungewöhnliches.

Fazit: Der Brandfall liefert keine triftige Begründung eine sinnvolle Photovoltaik-Anlage nicht zu bauen.

 

Ein Ausstellungsraum

Für die Jahresausstellung der Aachener Künstlerin Antje Seemann war ein zusätzlicher Raum für das Projekt „Naturwissenschaftler- und Philosophenportaits“ notwendig. Es bot sich an, eine anstehende Renovierung in dem Jahrhundertwendehaus mit dem Ausstellungstermin zu koordinieren. So zeigt sich der Raum jetzt in naturbraunem Lehmputz als Hintergrund für die Linolschnitte – auch ein Projekt der Reihe „handmade by the architect“.

Die Kombination von Naturwissenschaftlern und Philosophen ist ein brandaktuelles Thema in einer Zeit der Überbewertung von Technik und Wirtschaft.

Antje Seemann hat einen schönen, in der Auflage limitierten Kalender hergestellt. Er kann bei ihr (oder auch bei mir) bestellt werden. Er kostet 24,- plus Porto und Verpackung.

 

handmade by the architekt – ein Sportraum

Ein Kellerraum sollte zum Sportraum werden, für Tischtennis, Turnen, Ausdauer- und Krafttraining – also: Atmung, Konzentration, Bewegung, Schwitzen. Man hätte den Raum zweckmäßig anstreichen und ein Laminat verlegen können. Das sähe nett aus und wäre –  man sagt so – recht robust. Doch ein angemessenes Raumklima lässt sich so nicht herstellen. Effektives Training wäre nicht möglich. Schließlich geht es hier nicht um einen familiären Hobbyraum, sondern um ernsthaftes sportliches Training. Ein Ausgleich der wechselnden Luftfeuchtigkeit wäre kaum gegeben, die Akustik wäre zu laut und der Boden zu hart.

  

Folglich wurden die Wände mit Lehmunter- und Lehmfinishputz in naturweiß versehen. Der Boden wurde als federnder Holzboden ausgeführt, bestehend aus Holzfaserplatten, Dreichschichtparkett, Naturöl, Korkfüllmasse anstatt Silikonfugen.

     

Das Ergenis kann sich sehen, riechen und fühlen lassen. Der nächste deratige Boden für einen Reha-Sportverein wartet bereits.

 

Zum Thema Fachwerksanierung …

… ein schöner, guter Beitrag. Das Gezeigte, Gesagte gilt übrigens gleichermaßen für den Neubau: keine Konstruktionen, die dichtende Materialien verwenden oder gar notwendig machen.

Nachhaltig war die Renovierung damals sicher nicht. Nachhaltig war die ursprüngliche Konstruktion, dauerhaft, veränderbar, anpassbar – auch im Sinne heutiger Anspüche an die Behaglichkeit und Energieeffizienz. Allerdings muss man wissen wie mit so einem Haus umzugehen ist. Aber gilt das nicht für alles?

Video via Youtube erstellt von http://www.antik-greef.de/ – Herzlichen Dank!