Zum Thema Migration

Ja, auch das hat mit Architektur zu tun, mit Landplanung, mit Siedlungsplanung, mit Raum für Chancen. Gute Architektur sind nicht schicke Fassaden oder begehbare Plastiken. Architektur endet nicht an der Außenkante des Außenputz. Die soziale Frage will beantwortet werden.

„Es ist die Gemeinschaft, die den Nährboden für jegliche Milieugestaltung bildet.

  • Für die Entwicklung lebensfördernder sozialer Kontakte
  • Für die Unterstützung von Selbstorganisationen und Selbsthilfe

gilt es zu arbeiten.“ (aus dem Leitsatz 7 des Baubiologischen Manifest des Bund Architektur und Umwelt)

Wer sich über Mirgation wundert, sollte sich vor Ort umsehen – nicht als Pauschalreisender. Das Thema ist sicher nicht einfach und voller Widersprüche. Und doch, fairer Handel und Investitionen in Bildung und Fertigkeiten vor Ort (=> Internationaler Verband Westfälischer Kinderdörfer e.V.) sind nachhaltiger als Flüchtlingskrisenmanagement.

Ich habe auch Architektur studiert, weil die Klimaerwärmung und deren Folgen schon damals in den 1970-80er Jahren ein Thema waren – auch das der Migration. Und ich bin durch Afrika und Asien gereist.

Wir in den wohlhabendsten Ländern sollten vorbildlich sein, denn wir können es uns leisten. „Vorbildlich“ heißt „nachhaltig handeln“. Da gibt es viel zu tun in der Architektur.

 

Schlechte Architektur sind nicht immer Architekten Schuld

Es war abzusehen – vor dem Volksentscheid. Alle nötigen Informationen waren ausreichend transparent und erreichbar. Eine Mehrheit der Bürger hat für den bau des Bahnhofs gestimmt. Jetzt würde mich die Frage interessieren, ob diese auch die Mehrkosten übernehmen würden, damit das Geld nicht an anderer Stelle fehlt. Die Schuld jetzt auf die (sicherlich auch) mangelhafte Planung zu schieben, gilt hier einmal nicht. Mit einer Milliarde € könnte man Solaranlagen für rund 75 % des energiebedarfs für Warmwasser von rd. 400 – 450.000 Bürgern finanzieren. Das wären dann schon einmal etwa 2/3 der Einwohner von Stuttgart. Man könnte auch fast alle Flachdächer begrünen – oder ein zeitgemäßes öffentliches Verkehrssystem. Dann hätte Stuttgart kein Problem mehr mit Luftschadstoffen.

Man könnte aber auch einem Rentner seine nicht ausreichende Rente mit monatlich 500,- € bezuschussen – 2 Mio Monate lang.Vielleicht würde man das nicht ganz solange tun, aber dafür mehr Rentnern unter der Armutsgrenze helfen.

Man könnte Kunst und Kultur fördern, in dem man 12,5 Mio Schülern die art-card Düsseldorf sponsoren würde, damit sie ein Jahr lang umsonst in Museen gehen könnten. So viel Einwohner hat Düsseldorf gar nicht. Stuttgart auch nicht. Auch nicht zusammen.

1 Mrd € für Bildung von Kindern und Jugendlichen, um ihnen „smartsklills“ wie soziales Verhalten beizubringen – Mathe und Latein können die schon – wäre auch eine Maßnahme. Die Erwachsenen, die von Strukturwandel betroffen sind, könnte man auch weiterbilden, damit sie engagiert neue Wege entdecken. Aber dafür müsste eine bestimmte Mehrheit selber erst einmal soziales Denken lernen… Es wird nicht bei der 1 Milliarde bleiben.

Gute Architektur ist ein gelungenes Gesamtkonzept.

 

Photovoltaik-Anlagen im Brandfall

Immer wieder höre ich das Gerücht, dem nach Häuser mit Photovoltaik-Anlagen im Brandfall nicht gelöscht sondern „kontrolliert abgebrannt“ würden. Der Grund sei der gefährliche elektrische Strom der nicht abschaltbaren Solarstromanlagen. Ich persönlich habe noch von keinem solchen Fall tatsächlich gehört. Nun, das heißt sicher nicht viel. Allerdings weiß ich, dass das Gerücht Unsinn ist. Dazu möchte ich hier beispielhaft auf ein Link zu eon verweisen. Hier wird dargestellt, dass es Handlungsanweisungen für die Feuerwehren gibt, die ein Löschen ermöglichen.

„Löscht die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaik auf dem Dach?“

Blick aus meinem Arbeitszimmer

Anders als vielfach behauptet sind auch Abschaltungen für Photovoltaik-Module erhältlich. Sie reduzieren die Gefahr, müssen aber eingeplant und von den Bauherren beauftragt werden. Im Übrigen sind elektrische Anlagen, häusliche wie gewerbliche, nichts Ungewöhnliches.

Fazit: Der Brandfall liefert keine triftige Begründung eine sinnvolle Photovoltaik-Anlage nicht zu bauen.

 

Ein Ausstellungsraum

Für die Jahresausstellung der Aachener Künstlerin Antje Seemann war ein zusätzlicher Raum für das Projekt „Naturwissenschaftler- und Philosophenportaits“ notwendig. Es bot sich an, eine anstehende Renovierung in dem Jahrhundertwendehaus mit dem Ausstellungstermin zu koordinieren. So zeigt sich der Raum jetzt in naturbraunem Lehmputz als Hintergrund für die Linolschnitte – auch ein Projekt der Reihe „handmade by the architect“.

Die Kombination von Naturwissenschaftlern und Philosophen ist ein brandaktuelles Thema in einer Zeit der Überbewertung von Technik und Wirtschaft.

Antje Seemann hat einen schönen, in der Auflage limitierten Kalender hergestellt. Er kann bei ihr (oder auch bei mir) bestellt werden. Er kostet 24,- plus Porto und Verpackung.

 

handmade by the architekt – ein Sportraum

Ein Kellerraum sollte zum Sportraum werden, für Tischtennis, Turnen, Ausdauer- und Krafttraining – also: Atmung, Konzentration, Bewegung, Schwitzen. Man hätte den Raum zweckmäßig anstreichen und ein Laminat verlegen können. Das sähe nett aus und wäre –  man sagt so – recht robust. Doch ein angemessenes Raumklima lässt sich so nicht herstellen. Effektives Training wäre nicht möglich. Schließlich geht es hier nicht um einen familiären Hobbyraum, sondern um ernsthaftes sportliches Training. Ein Ausgleich der wechselnden Luftfeuchtigkeit wäre kaum gegeben, die Akustik wäre zu laut und der Boden zu hart.

  

Folglich wurden die Wände mit Lehmunter- und Lehmfinishputz in naturweiß versehen. Der Boden wurde als federnder Holzboden ausgeführt, bestehend aus Holzfaserplatten, Dreichschichtparkett, Naturöl, Korkfüllmasse anstatt Silikonfugen.

     

Das Ergenis kann sich sehen, riechen und fühlen lassen. Der nächste deratige Boden für einen Reha-Sportverein wartet bereits.

 

Zum Thema Fachwerksanierung …

… ein schöner, guter Beitrag. Das Gezeigte, Gesagte gilt übrigens gleichermaßen für den Neubau: keine Konstruktionen, die dichtende Materialien verwenden oder gar notwendig machen.

Nachhaltig war die Renovierung damals sicher nicht. Nachhaltig war die ursprüngliche Konstruktion, dauerhaft, veränderbar, anpassbar – auch im Sinne heutiger Anspüche an die Behaglichkeit und Energieeffizienz. Allerdings muss man wissen wie mit so einem Haus umzugehen ist. Aber gilt das nicht für alles?

Video via Youtube erstellt von http://www.antik-greef.de/ – Herzlichen Dank!

 

Käfighaltung oder artgerechtes Wohnen?

Die Bilder sprechen für sich. Die Meinungen sind kontrovers. Schon Corbusier hatte Visionen, die den Menschen wie ein Industrieprodukt sahen – obwohl er ein guter Architekt war. Dem gegenüber steht das Konzept der permakulturellen Landplanung des Bill Mollison, der sich nicht auf eine ökologische Landschwirtschaft berschränkte.

Das nach wie vor ungebremste, enorme Wachstum der Groß- und Megastädte weltweit und die damit einhergehende Landflucht – auch in Deutschland – widerspricht vom Grundsatz her der Integration von Kultur und Natur.

Wie gestaltet man Ballungsräume so, dass sie ressourcenautark sind, anstatt vom Raubbau zu leben? Wie gestaltet man den ländlichen Raum attraktiv?

Was ist attraktiv? Was ist „artgerecht“? Für wen? Die Politik stellt hier keine Fragen und bietet keine Antworten. Es wird einfach gebaut. Städtebau entspricht einer Lagerplatzarchitektur für egozentrische Einzelbauten oder krebsgeschwürartige Einfamilienhausgettos.

 

Bequem für den Architekten ist es sich auf kleine, exotische „Ökohäuser“ zu spezialisieren oder die Modernisierung erhaltenswerter Bestandsbauten… so hat er immer ein gutes Gewissen…

Fotos: Heerlen August 2017